Die Zwergenschmiede von Tharenhold haben ein Sprichwort: „Ohne Arvakhs Feuer bleibt dir nur Eisen.“ Der erste Drachenkönig war ein Freund beider Titanen. Sein Atem verbrannte nicht. Er verwandelte. Unter seiner Flamme wurde gewöhnliches Erz zu Aurit, dem lebenden Gold, das sich an jeden Hammerschlag erinnert.
Im Zeitalter der Sieben Kronen flog Arvakh jedes Jahr zur großen Schmiede, die ins Innere des Berges gehauen war. Die Zwerge erwarteten diesen Tag wie ein Fest. Schmiede aus allen sieben Königreichen stellten ihre Tiegel entlang der Rinnen auf, und der Drachenkönig entfachte sie alle mit einem einzigen Atemzug.
Als Vaerun und Malakor sich gegeneinander wandten, wählte Arvakh die Freiheit. Er stellte sich auf Vaeruns Seite. Er bezahlte dafür mit allem: Seine Dynastie verlor die Berge, und die Heiligtümer der Drachen verstummten.
Zuletzt sah man ihn über dem Drachentor, in der Nacht, als die Sieben Kronen fielen. Er flog nach Westen, tief über dem Meer, einen Flügel von einem schwarzen Speer durchbohrt. Offiziell wurde er für tot erklärt.
Die Schmiede wissen es besser. Manchmal, wenn die Glut in einer Schmiede der sechsten Stufe besonders rein brennt, beginnt das Metall eine Melodie zu summen, die ihm niemand beigebracht hat. Bromek schwört, es sei Arvakhs Lied. Niemand glaubt ihm. Aber niemand kann auch erklären, woher der goldene Drachenkopf an diesen Schmieden stammt, denn kein Schmied hat ihn je gegossen.
Heute schlüpfen in den Tälern wieder Drachen. Rhazir, Aeralis und Velith erinnern sich nicht an ihren König. Ihre Eier aber sind warm, als würde sie jemand aus sehr weiter Ferne wärmen.
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