Aderan war der beste König, den die Kronlande je hatten. So steht es zumindest in den Chroniken, die vor seinem Fall geschrieben wurden. Er baute Straßen, versöhnte die großen Häuser und lud als Erster Gesandte der Varken in die Hauptstadt ein.
Doch er sah, was andere nicht sehen wollten. Die Magie schwand. Kristalle verblassten, Schmieden brauchten immer mehr Erz, und Drachen schlüpften immer seltener. Aderan fürchtete, seine Enkel würden in einer Welt ohne die Flamme leben.
Da kam ein hochgewachsener Gast in grauem Mantel zu ihm. Er nannte keinen Namen. Er bot eine einfache Lösung an: alle Magie der Welt an einem Ort sammeln, unter einer Krone, und gerecht verteilen. Nie wieder würde jemand auch nur einen Funken verschwenden.
Aderan glaubte ihm. Er brach die Eide, die er mit den sechs anderen Kronen geschworen hatte, und begann, ihre Schmieden und Archive an sich zu reißen. Als er begriff, wer sein Berater war, war es zu spät. Die Sieben Kronen fielen in einer einzigen Nacht.
Ein Teil seiner Seele wurde von fremder Magie gebunden. Heute führt Aderan der Kronenlose Truppen unter schwarzen Bannern gegen das Volk, das er einst beschützte. Manchmal aber ziehen sich seine Soldaten ohne Befehl zurück, und in ihren Lagern fand man Briefe in seiner Handschrift, die nie abgeschickt wurden.
Im Tal der Wiedergeburt suchen Entdecker nun nach seinem verschollenen Wappen. Wer es findet, erfährt vielleicht, wie viel vom alten König noch übrig ist.
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